Vita

Dr. Christoph Benjamin Schulz studierte Komparatistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Bochum, Berlin und Paris. 2012 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte des Blätterns promoviert.

Von 2008 – 2010 und von 2012 – 2013 war er mit seinem Projekt „Poetiken des Blätterns“ wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem DFG-Projekt „Literarisch-ästhetische Experimente mit der Gestalt des Buches“ am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Ruhr Universität Bochum, wo er auch einige Jahre als Lehrbeauftragter tätig war. Von 2016–2018 arbeitete er im Rahmen des DFG-Projekts „Das Künstlerbuch als ästhetisches Experiment“ als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsstelle für visuelle Poesie an der Bergischen Universität Wuppertal.

Seit 2016 ist der Mitglied in dem DFG-Netzwerk „Das Buch als erweiterter Kommunikationsraum“ und Lehrbeauftragter für Buchgestaltung im Fachbereich Design an der Fachhochschule Düsseldorf.

Er ist Mitglied in verschiedenen internationalen Forschungsgruppen wie dem Forschungsverbund Künstlerpublikationen des Studienzentrums für Künstlerpublikationen am Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen und der Word and Image Research Group an der University of Amsterdam. Zuletzt wurde er in das Projektteam des Forschungskollegs „ESCON — Writings in contact. Intermedia writing networks in the era of analogue globalization (1961–1991) berufen, das vom Spanish Ministry of Science, Innovation and Universities (MICIU) an der Universidad Complutense de Madrid und der Universidad de Salamanca finanziert wird. Seit 2024 ist der Jurymitglied des Prix international de littératur Bernard Heidsieck – Centre Pompidou am Centre Pompidou in Paris.

Forschungsschwerpunkte

Seine Forschungsschwerpunkte widmen sich unter anderem den Facetten der Materialität und Medialität literarischer Kommunikation, beispielsweise den Strategien der Ästhetisierung und Semantisierung des Buches in der rezenten literarischen Praxis sowie in der Buch- und Literaturgeschichte.

Seine Arbeiten zur Kulturgeschichte des Blätterns führten ihn zur Beschäftigung mit der Kulturgeschichte des Faltens als einem literarischen Phänomen und zu damit verbundenen Buch- und Publikationsformen. Praktiken, Poetiken und Prozessen des (Ent-) Faltens und ihren Semantiken sind verschiedene Texte und der 2019 erschienene Sammelband „Die Geschichte(n) gefalteter Bücher. Leporellos, Livres-Accordéon und Folded Panoramas in Literatur und Bildender Kunst“ gewidmet.

Er hat sich mit historischen Buchformen und Gattungen wie Stundenbüchern, Herbarien und Bestiarien, Los- und Orakelbüchern, Flickbüchern, Vexierbüchern und Mehrfachbänden der Frühen Neuzeit und deren Rezeption in der Moderne beschäftigt.

Das Interesse für historische Phänomene steht in einem engen Zusammenhang mit der Beschäftigung mit experimentellen, visuellen, akustischen und konzeptuellen Literaturen des 20. Jahrhunderts und der historischen Entwicklung von Text-Bild Beziehungen.

Darüber hinaus hat er sich in Forschung und Lehre intensiv den Dialogen zwischen Literatur und bildender Kunst, Musik und Film gewidmet. Hierbei ging es sowohl um interdisziplinäre Schnittstellen zwischen den ästhetischen Disziplinen und Diskursen als auch um in literarischer Hinsicht anschlussfähige intermediale Werkformen.

Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit dem Phänomen der Skulpturalen Poesie – mit Textskulpturen, plastischen Texten und Gedichtobjekten seit den 1960er Jahren. Während die visuelle, die konkrete und akustische Poesie längst etablierte Gattungen der experimentellen Poesie sind, wurde die Skulpturale Poesie als Facette interdisziplinären Experimentierens in Literatur und bildender Kunst bisher weitgehend übersehen.

In diesem Zusammenhang hat er 2022 mit der Reihe Paper Poem Objekts und dem Verlag Grass Publishers ein editionsphilologisches Publikationsprojekt für literarisch-künstlerische Arbeiten, ins Leben gerufen, die sich mit der plastischen oder skulpturalen Verräumlichung von Texten, mit der Verdinglichung von Sprache und daraus resultierenden interaktiven Lektüreprozessen beschäftigen. Publiziert werden bisher unveröffentlichte Arbeiten international renommierter Autoren als Erstausgaben und objekthafte Texte, die seit vielen Jahren nicht mehr greifbar sind.

Ausstellungen

Neben seiner akademischen Tätigkeit entwickelte er Ausstellungsprojekte für international renommierte Museen: „Daumenkino – The Flipbook Show“ (2005) und die Retrospektive „Matts Leiderstam – Seen from Here“ (2010) für die Kunsthalle in Düsseldorf. Am Museum Folkwang in Essen war er im kuratorischen und wissenschaftlichen Team der Ausstellung „A Star is Born – Photographie und Rockmusik seit Elvis Presley“ (2010), die anschließend im Museum der bildenden Künste in Leipzig zu sehen war. Für die Tate Gallery in Liverpool kuratierte er eine umfangreiche Ausstellung über die künstlerische Rezeption von Lewis Carroll’s „Alice in Wonderland“ (2011/12), die auch an den Museen MART (Rovereto) und an der Hamburger Kunsthalle gezeigt wurde. Im Rahmen seiner Forschungen zum Phänomen der Skulpturalen Poesie  entwickelte er 2021 für das Studienzentrum für Künstlerpublikationen die Ausstellung „das wort steht im raum – skulpturale poesie seit den 1960er Jahren“, die im Weserburg Museum für Moderne Kunst gezeigt wurde. Das Projekt wurde 2022 mit zwei weiteren Ausstellungen fortgeführt: „Skulpturale Poesie“ im Weserburg Museum für Moderne Kunst und „Dichtung in 3D
Textskulpturen und Gedichtobjekte seit 1960“ am Deutschen Buch- und Schriftmuseum an der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig.

Projektförderungen, Auszeichnungen und Stipendien

2011

Arts Council England und Mersey Care NHS Trust
Förderung der Ausstellung „Alice in Wonderlnd – Through the Visual Arts“ an der Tate Liverpool
Media Partner: The Times (London)

2010

IASPIS – The Swedish Arts Grants Committee’s International Programme for Visual Artists
Förderung der Ausstellung „Matts Leiderstam – Seen From Here“ an der Kunsthalle Düsseldorf

2009

PACT-Zollverein, Choreographisches Zentrum NRW, Essen
Kuratorische Residenz

2008

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Förderung des Forschungsprojekts „Poetiken des Blätterns“ an der Ruhr Universität Bochum

2007

Graduiertenkolleg der Ruhr-Universität Bochum
Promotionsstipendium

RUB Research School
Aufnahme in die Exzellenzinitiative der Ruhr-Universität Bochum

2005

Kulturstiftung des Bundes und Medion Elektronik
Förderung der Ausstellung „Daumenkino – The Flip Book Show“ an der Kunsthalle Düsseldorf

Stiftung Kunstfonds
Förderung des Katalogs „Daumenkino – The Flip Book Show“

2003 – 2004

Universität Paris X
Sokrates Stipendium der Europäischen Union

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